Zeitgeschichte

Landsberg wurde mehrmals im 20. Jahrhundert zum Ort der Zeitgeschichte. Die Stadt bemüht sich, mit diesem dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte verantwortlich umzugehen.

Nach dem Putsch in München 1923 hatte Adolf Hitler im Landsberger Strafgefängnis seine Festungshaft zu verbüßen. In dieser Zeit schrieb er den ersten Band von 'Mein Kampf'. Der Inhalt ist die verbrecherische und antidemokratische Ideologie des Nationalsozialismus. Nach 1933 machte die NSDAP deshalb die 'Hitlerzelle' zu einem Kultort. 1937 und 1938 war Landsberg aus diesem Grund auch Ziel von Großveranstaltungen der Hitler-Jugend. Die Stadt wurde von der Partei zur 'Stadt der Jugend' deklariert.

Als 1944/45 westlich von Landsberg ein großes Rüstungsprojekt begonnen wurde, der Bau von Bunkern zur Herstellung von Jagdflugzeugen, wurde Landsberg zum Ort des Holocaust. Auf den Baustellen wurden KZ-Häftlinge eingesetzt, die unter unmenschlichsten Bedingungen leben und arbeiten mussten. In den Außenlagern des Konzentrationslagers Dachau, die zu diesem Zweck errichtet wurden, starb fast die Hälfte der etwa 30.000 Häftlinge. An diese Toten erinnern die Reste eines Lagers mit einer Gedenkstätte und mehrere Friedhöfe. Die Stadt ließ am Rand der Altstadt, wo kurz vor dem Kriegsende der 'Todesmarsch' der Häftlinge vorbeiführte, ein Denkmal errichten (siehe Bild rechts).

Nach der Befreiung der Konzentrationslager wurde in einer Landsberger Kaserne durch die US-Armee das größte DP-Lager (Displaced Persons) der US-Zone eingerichtet, in dem sich viele Überlebende auf das Leben in Freiheit in Israel vorbereiteten. Unter der US-Besatzungsmacht wurde das Landsberger Gefängnis in der Nachkriegszeit zum Ort der Abrechnung und der Sühne: Etwa 300 Inhaftierte wurden hier als Kriegsverbrecher hingerichtet.

 




Stadt Landsberg am Lech
Katharinenstr. 1
86899 Landsberg am Lech

Stand: 06/29/2016
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