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Während die Knaben unter der Obhut der Jesuiten eine gediegene schulische Ausbildung erhielten, fehlte eine entsprechende Ausbildungsstätte für die weibliche Jugend. Dies bewog einige Landsberger Bürger, im Jahr 1719 den Orden der Ursulinen nach Landsberg zu berufen. Die Ordensfrauen errichteten hier ihr Ursulinenkloster und die Klosterkirche Zur Hl. Dreifaltigkeit.

Zunächst konnten sie allerdings lediglich einige Bürgerhäuser in der dicht bebauten Altstadt erwerben und sich dort mit einer 1723 bis 1725 nach Plänen des Baumeisters und Stuckateurs Dominikus Zimmermann gebauten Klosterkirche einrichten. Ab 1737 wurde dann in den Höfen der aufgekauften Häuser ein Konventsgebäude errichtet; 1764/65 wurde schließlich auch an der Straße ein Klosterflügel mit einer neuen, geräumigen Kirche gebaut. Das kleine Stadtkloster entstand wahrscheinlich nach Plänen des Münchener Hofbaumeisters Johann Baptist Gunetzrhainer; der Schmuck der Fassaden mit (heute nach altem Vorbild erneuerten) Lüftlmalereien schuf der Augsburger Freskant Johann Baptist Bergmüller.

In der Südostecke des Komplexes ist die profanierte, spätmittelalterlich-spitzbogig befensterte Leonhardikapelle einbezogen. Auch den einfachen tonnengewölbten Saalraum der Klosterkirche mit emporenbegleitetem Chor und Doppelempore malte Johann Baptist Bergmüller, Sohn des Johnann Georg, reich aus. Die Bilder des Altarhauses sind einer komplizierten, selten dargestellten Ikonographie gewidmet und zeigen den weisen Ratschluss Gottes. Auf dem Gemälde des aus der ersten Kirche übernommenen Hochaltars erscheint die Hl. Dreifaltigkeit in Form dreier männlicher Gestalten (von Johann Georg Bergmüller, 1748). Das Deckenbild und die Malereien über dem Chorbogen führen das Thema der Erlösung durch den Gottessohn fort, während das Bild über dem Schiff auch das Landsberger Konvent mit in den göttlichen Heilsplan der Erlösung einbeziehen und die Klosterfrauen mit ihren Zöglingen vor der neuen Klosterkirche darstellt. Die schlanken Seitenaltäre der Kirche wurden 1765 von Tassilo Zöpf in Stuckmarmor geschaffen; sie runden das einheitliche Erscheinungsbild des seit der Erbauung nahezu unverändert erhaltenen Gotteshauses ab.



 


 

   
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