7. Lechwehr

Der Lech entspringt an der Roten Wand in den Lechtaler Alpen. Durch den Formarin See schlängelt er sich eine lange Strecke übers Tiroler Land, bevor er als reißender Fluß nach Bayern kommt. Nicht umsonst wurde er von den Kelten Licca genannt, der Raschfließende. Der Lech war bestimmend für die Entstehung von Landsberg und seine topographischen Situation. Zwischen den Steilhängen und den einst überschwemmungsgefährdeten Kiesbänken des Gebirgsflusses eingezwängt, erhielt die Altstadt in der vom Fluß geprägten Landschaft ihre unverwechselbare Gestalt. Häufige Hochwasser bedrohten Bauten und Bewohner, zugleich war der Lech aber auch Verkehrs- und Transportweg und - mit einem Wehr gestaut und in einen Mühlbach kanalisiert - lebensnotwendiger Energielieferant in vorindustrieller Zeit.

Das breite Lechwehr gehört seit dem 14. Jahrhundert zum Stadtbild. Vor der Stadtgründung fiel der Lech über einen Flinsfelsen ins weiter unten liegende Flußbett. Das Treibgut, das er mitbrachte, staute sich an diesem Felsen und verursachte einen Rückstau. Um diese zusätzliche Gefahr für die junge Stadt zu beseitigen, wurder der Felsen mit fünf Holzstufen überbaut und gleichzeitig der Fluß angestaut, um auch den Mühlbach ableiten zu können.

Im Mittelalter und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Lech als Wasserstraße genutzt. Bis zu 4.000 Floße, die mit Handelswaren, wie Baumaterialien, Wein, Pelzen, beladen waren konnten gezählt werden. Es wurde ein Floßpfennig zum Unterhalt des Wehres verlangt. Um das Wehr zu umgehen, wurden die Flößer zwischen Wehr und Mühlbach auf die 'lange Fahrt' dirigiert. Die Einfahrt zu dieser wurde im Zuge der Neugestaltung des Inselbades zur Aussichtsplattform umgebaut. Nur ein kleiner Bach in Richtung Schwimmbad erinnert noch daran. Einige Transporte führten auf diesem Wasserweg über die Donau, sogar bis zum Schwarzen Meer.




Stadt Landsberg am Lech
Katharinenstr. 1
86899 Landsberg am Lech

Stand: 12/15/2017
Quelle: