02.03.2018: Johann Mutter Ausstellung

Dem Maler Johann Mutter begegnet der Besucher in Landsberg am Lech täglich: Wandfresken von ihm befinden sich sowohl auf dem Pfannenstielhaus an der Alten Bergstraße als auch am „Lechhaus“ an der Katharinenstraße. Die erste Malerei zeigt eine Marktszene, die zweite auf dem Erker am Altbau der Stadtverwaltung einen Lechflößer in ortsüblicher Tracht. In unmittelbarer Nähe - und übrigens auch in Nachbarschaft zur Johann-Mutter-Straße - widmet das Neue Stadtmuseum dem Künstler, der 40 Jahre lang in Landsberg am Lech lebte, eine Ausstellung.

Johann Mutter wurde am 7. März 1902 als Bauerssohn in Geretshausen geboren. Bis zu seinem 25. Lebensjahr half er im elterlichen Betrieb, bevor er zum Studium an die Akademie der Bildenden Künste nach München ging und „vom Pflug weg“ zum Maler wurde. Sein großes Talent würdigte die Stadt Nürnberg 1934 mit dem Albrecht-Dürer-Preis. Im selben Jahr wurde er Gründungsmitglied der Künstlergilde in Landsberg. Unter den Nationalsozialisten galt seine Kunst als „entartet“, er wendete sich zur Fotografie hin. Zu den Auftragsarbeiten, die Johann Mutter für die Stadt ausführte,
gehörte die farbige Neufassung der Kreuzigungsfiguren am Bayertor 1949, die Erneuerung der Fassadenmalerei an der Klosterkirche 1955 und zahlreiche Fotodokumentationen.
Den meisten Landsbergern dürfte Johann Mutter aber als „Lechmaler“ bekannt sein. Das Neue Stadtmuseum hatte diesen herausragenden Werkzyklus Mutters 2016 zur Lechausstellung in Landsberg und im Stadtmuseum Füssen präsentiert: Bildmotive, die entlang des Lechlaufs vom Tiroler Lech bis zur Mündung entstanden sind. In der Ausstellung im Zentralen Verwaltungsgebäude der Stadt Landsberg am Lech werden diese Naturmotive um Selbstporträts und zahlreiche Stadtveduten ergänzt, etwa Ansichten des Hexenviertels, der Alten Bergstraße oder des Hauptplatzes.
Der grüblerische und tiefsinnige Künstler sagte einmal in einer Eröffnungsrede „Die Beschäftigung mit Kunst ist daher nicht… eine amüsante Unterhaltung, sondern… eine sehr mühevolle Auseinandersetzung mit den Erscheinungen von Welt“. Diese intensive Auseinandersetzung und innere Anteilnahme Johann Mutters an den vielfältigen Gestalten des Lechs, den Lichtreflexionen des Wassers und der atmosphärischen Varianz des Flusses gehört zum Schönsten, was der Künstler seiner Heimatstadt hinterlassen hat.
Die durch das Neue Stadtmuseum organisierte Ausstellung ist im Foyer und den beiden oberen Stockwerken des Verwaltungsgebäudes in der Katharinenstraße 1 vom 10. März bis 25. Mai zu sehen.


Öffnungszeiten der Stadtverwaltung
Mo, Di, Fr: 8 -16 Uhr Mi: 8 -12 Uhr,
Do: 8 -18 Uhr, 1. Sa im Monat: 9 -12 Uhr