18.04.2018: Zu Gast in der Natur

Der immer größer werdende Trend, die Freizeit in der Natur zu verbringen ist positiv, bedingt aber leider auch immer häufiger Konfliktsituationen. Das Forstamt der Stadt Landsberg am Lech ruft daher zu Beginn der Vegetationsperiode zur Rücksichtnahme und zu einem verantwortungsvollen Verhalten in der Natur auf.
Die Landschaft um Landsberg am Lech ist im Wesentlichen durch Land- und Forstwirtschaft geprägt, dient als Grundlage für die primäre Lebensmittelproduktion und ist Heimat zahlreicher Wildtiere. Jagdrechtlich verpflichtet sich der Jäger zur Einhaltung eines angemessenen Wildbestandes und zur Sicherung seiner Lebensgrundlagen ohne diese Flächen zu beeinträchtigen. Auf der anderen Seite steht das Recht des Erholungssuchenden, der täglich mit Hund, Pferd, joggend, Pilze und Beeren suchend, wandernd, Fahrrad fahrend etc., auf das freie Betreten der Natur.
Der Gesetzgeber regelt das Miteinander von Mensch und Natur. So ist bei der Ausübung des Betretungsrechts auf die Belange der Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten Rücksicht zu nehmen. Die Rechtsausübung (Forst-, Landwirtschaft, Jagd) darf nach Bayerischem Naturschutzgesetz nicht verhindert oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden (Art. 21/2 BayNatSchG).
Nach Art. 25/1 und 2 dieses Gesetzes dürfen landwirtschaftliche Flächen während der Nutzzeit nur auf vorhandenen Wegen betreten werden. Als Nutzzeit gilt die Zeit zwischen Saat und Ernte, bei Grünland die Zeit des Aufwuchses. Das Radfahren und Reiten im Wald ist nur auf Straßen und geeigneten Wegen zulässig. Hintergrund hierfür ist der Wildbestand, denn nach §19a des Bundesjagdgesetzes (BJG) ist es verboten, Wild unbefugt an seinen Zuflucht-, Nist-, Brut- oder Wohnstätten durch Aufsuchen zu beunruhigen. Die Vorschrift verbietet ferner auch die unbefugte Störung des Wildes an seinen Lebensstätten.
Viel lieber als Vorschriften durchzusetzen, bitten Land- und Forstwirte um ein Miteinander durch gegenseitiges Verständnis. Das erfordert allerdings auch Aufklärungsarbeit.
Die bekanntesten in dieser Gegend vorkommenden Wildtiere sind Rehwild, Füchse, Dachse, Hasen, Enten und immer häufiger auch Wildschweine. Deren Lebensraum ist nicht nur der Wald, sondern auch die Wald-Feld-Grenze und die Feldflur. Hier finden sie Nahrung, bringen ihren Nachwuchs zur Welt und ruhen. Jede Störung dieses Lebensraums versetzt die Tiere in Stresssituationen, die zu Entwicklungsstörungen, Abwanderung oder erhöhter Verbißbelastung der Waldbäume führen kann.
Hundehalter lassen immer öfter aus Unwissenheit ihre Vierbeiner in Wiesen, an Waldrändern oder auch an Gewässern spielen. Rehkitze, Junghasen oder bodenbrütende Vögel werden dabei aufgeschreckt und flüchten – mit fatalen Folgen für die Jungtiere.
Das Forstamt der Stadt Landsberg am Lech bittet daher alle Natursuchenden, sich möglichst achtsam und rücksichtsvoll in der Landschaft zu bewegen. Dazu gehört in erster Linie die Wege nicht zu verlassen, seinen Hund jederzeit wirksam unter Kontrolle zu haben, die Verschmutzung durch Hundekot zu unterbinden und Spaziergänge in der Dämmerung bzw. Dunkelheit nur dort zu unternehmen, wo keine Störung zu erwarten ist.
Fühlen Sie sich bei Ihrer Freizeitaktivität als Gast in der Natur und verhalten Sie sich entsprechend zurückhaltend. Dann können alle Beteiligten mit Freude die Natur erleben ohne das Gesetze bemüht werden müssen.