27.04.2018: studium generale - Semesterthema: Gerechtigkeit

Das neue studium generale der vhs Landsberg beschäftigt sich jedes Semester mit einem Schwerpunktthema, das aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet wird. In diesem Semester geht es um "Gerechtigkeit" und damit um einen komplexen Begriff, der Philosophen schon seit der Antike bewegt. Doch was versteht man heute im Einzelnen darunter? Welche unterschiedlichen Vorstellungen von "Gerechtigkeit" sind in unserer Gesellschaft wirksam? Wie beschäftigen sich Kunst und Literatur mit dem Thema? Das studium generale richtet sich an alle, die darauf neugierig sind und mit ausgewiesenen Experten darüber diskutieren wollen. Ein Kolloquium, in dem alle sechs Veranstaltungen noch einmal im Zusammenhang besprochen werden, schließt das studium generale ab.


"Gerechtigkeit heilt"
Der Internationale Strafgerichtshof und der Kulturbruch im Umgang mit Menschenrechtsverletzungen. In allen Kulturen und Staaten galt über Jahrtausende, dass gewöhnliche Kriminelle zur Rechenschaft gezogen werden, führende Kriminelle jedoch nicht. Wenn man von Revolutionen oder verlorenen Weltkriegen absieht, hatten Massenmörder seit je her gute Chancen, mit ihren Verbrechen davon zu kommen. Mit der Einrichtung von Institutionen zur Verfolgung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit - angefangen vom südafrikanischen Modell der "Wahrheitskommission" bis hin zu internationalen Tribunalen, dem Internationalen Strafgerichtshof (IStgh) oder dem deutschen Völkerrechts-Strafgesetzbuch - hat ein neues Zeitalter begonnen, in dem Menschenrechtsverletzungen (fast) ebenso selbstverständlich verfolgt werden wie jeder andere Rechtsbruch.
Der Referent Urs Fiechtner ist Schriftsteller, Dozent und Menschenrechtsexperte bei Amnesty International
Freitag, 4.5.2018, 15.30-17.00 Uhr, Ort: VHS-Gebäude, Raum E0, Rosarium


Urs M. Fiechtner
arbeitet als freiberuflicher Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber, Jugendbuchautor und Dozent in der Erwachsenenbildung. Er publiziert seit Mitte der 1970er-Jahre Prosa, Lyrik und Sachtexte – darunter auch Jugendbücher – und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Fiechtner arbeitet häufig mit Autoren und Musikern aus Lateinamerika und Afrika zusammen. Viele seiner Bücher behandeln Themen rund um die Menschenrechte, mit denen er sich nicht nur als Autor beschäftigt, sondern auch als Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen oder Berater von Menschenrechtsprojekten. Bei Amnesty International ist er seit 1970 in verschiedenen Funktionen und kennt das Innenleben der Organisation wie wenig andere. Er gilt bei Erwachsenen wie bei Jugendlichen als äußerst kenntnisreicher, ist dabei anregender und humorvoller Gesprächspartner, der auch komplexe Themen anschaulich vermitteln kann.


Weitere Informationen auf www.vhs-landsberg.de