30.04.2018: Bronzeportrait in Gedenken an das Ehepaar Elsner aufgestellt

Das Ehepaar Elsner waren furchtlose Menschen. Nur so ist es zu verstehen, dass sie ihr eigenes Leben riskierten, um KZ-Häftlingen zu helfen. Alois Elsner (1897 bis 1971) war Kaminkehrer in Hurlach und Kaufering. Die 1944 errichteten Barackensiedlungen im Gleisdreieck bei Kaufering und die KZ-Außenlager bei Hurlach gehörten ebenfalls zu seinem Kehrbezirk. Dadurch kam er in Kontakt mit KZ-Häftlingen und den Ärzten der Krankenbaracken. Elsner versorgte die Häftlinge systematisch mit Medikamenten, Lebensmitteln, Kleider und Wäsche. Er infomierte sie auch über die politische und militärische Lage und hörte dafür täglich die Nachrichten der BBC, was streng verboten war. Sein Engagement ging sogar soweit, dass er Häftlinge aufforderte zu fliehen und dazu anbot, sie in Verstecken unterzubringen. Seine Frau Maria Elsner war ihm in seiner edlen Mission stets behilflich, besorgte zum Beispiel die Medikamente in verschiedenen Apotheken. Das Portrait des Ehepaars in Bronze, das nun in der Alois-Elsner-Straße, Ecke Geschwister-Scholl-Straße aufgestellt wurde, ist gemeinsam von der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V., der Hans-Heiner-Martin-Stiftung, des Vereins zur Förderung von Kultur und Leben in der Stadt Landsberg e.V. dem Historischen Verein Landsberg e.V., dem Altoberbürgermeister Franz-Xaver Rößle und der Stadt Landsberg am Lech realisiert worden. Die Teilnahme von Dr. Charlotte Knobloch an der Einweihung der Gedenkstele unterstrich die Bedeutung der Leistung des Ehepaars für die Israelitischen Kultusgemeinde. Der Staat Israel zeichnete die Elsners im vergangenen Jahr mit der Ehrung „Gerechte und den Völkern“ aus. Oberbürgermeister Mathias Neuner appelierte, das Wirken von Maria und Alois Elsner möge als Vorbild für Mut und Menschlichkeit in Erinnerung bleiben.