Gedenkveranstaltung

Am 27. April vor genau 76 Jahren erreichten amerikanische Truppen Landsberg am Lech und befreiten die überlebenden Häftlinge des KZ-Außenlagerkomplexes Landsberg-Kaufering. Um diesem Tag zu gedenken, um an die Geschichte all jener zu erinnern, die damals Unvorstellbares erleiden mussten, legten Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl gemeinsam mit dem Kauferinger Bürgermeister Thomas Salzberger und dem Standortältesten Oberstleutnant Thomas Sandlein Kränze in der Gedenkstätte Welfenkaserne, der Militärgeschichtliche Sammlung "Erinnerungsort Weingut II", nieder.


In einer digitalen Gedenkfeier im Landratsamt Landsberg waren Zeitzeugen zugeschaltet, die aus ihrer Zeit in Kaufering berichteten. Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten präsentierte die neue Homepage www.landsberg-kaufering-erinnern.de , die ab sofort online geschaltet ist. Doris Baumgartl ermunterte in ihrer Rede die Zuhörenden, die Seite zahlreich zu nutzen: „Die Webseite bietet fundierte Informationen auf eine moderne und intuitive Weise.“


Die Stadt Landsberg hat eine besondere Verantwortung, erinnerte die Oberbürgermeisterin. Adolf Hitler war hier inhaftiert und schrieb sein Buch „Mein Kampf“.


Landsberg war der Standort des größten Außenlagerkomplexes des Konzentrationslagers Dachau. Landsberg war nach dem Krieg vorübergehend eine Heimat für Tausende Displaced Persons.
Aber Landsberg war auch ein Ort, an dem Kriegsverbrecher ihre Strafen verbüßten.


„Unser Ziel ist es, Möglichkeiten zu bieten, sich aktiv mit der Geschichte der Stadt auseinanderzusetzen.“ Die Stadt hat eine Verantwortung und einen Auftrag. „Eine aktive Erinnerungskultur in der Stadt hilft, unsere Demokratie zu stärken. Das Wissen über historische Entwicklungen und Zusammenhänge trägt dazu bei, komplexe Strömungen und Entwicklungen wahrzunehmen, die Gefahren, die davon ausgehen zu erkennen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen.“ Neben der Webseite geht die Stadt mit der neuen Abteilung für Zeitgeschichte in der Dauerausstellung im Stadtmuseum einen wichtigen Schritt, diesen Weg fortzusetzen.