Rocaillen-Träger stehen fest

Für Kunst- und Kulturschaffende oder Förderer von Kunst und Kultur bzw. des künstlerischen und kulturellen Lebens, die sich in der Stadt Landsberg am Lech verdient gemacht haben stiftet die Stadt Landsberg am Lech die Dominikus-Zimmermann-Rocaille. Auch in diesem Jahr wird sie an Personen und Vereine verliehen, die sich in besonderem Maße in das Landsberger Kulturleben eingebracht haben, wenn auch der Ehrungsabend wegen der Infektionsschutzauflagen erst im nächsten Jahr stattfinden wird. „Wir möchten den Ehrungsabend wie gewohnt in einem feierlichen, würdigen Rahmen stattfinden lassen, zu dem die Geehrten auch Gäste einladen dürfen und hoffen, dass dies im kommenden Frühjahr möglich sein wird“, erklärt Claudia Flörke, Leiterin des städtischen Kulturamts. In nichtöffentlicher Sitzung beschloss der Stadtrat, folgende Ehrungen vorzunehmen:


Mit der Dominikus-Zimmermann-Rocaille in Silber werden ausgezeichnet: Cornelia Meyer, Beatrix Klein, Stefan G. Schmid und die Kleinkunstbühne s’Maximilianeum.


Cornelia Meyer ist seit vielen Jahren Organistin der evangelischen Kirchengemeinde. Neben der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste leitet sie den Kinderchor „Die Kirchenmäuse“. Seit 1999 organisiert sie die Konzertreihe, die in der Christuskirche und im Gemeindehaus stattfindet - circa acht Konzertveranstaltungen im Jahr: sowohl geistliche als auch weltliche Musik, Gesprächskonzerte, Themenabende, zeitgenössische Musik, Jazz-orientierte Musik, Darbietungen von professionellen Künstlern wie auch von Laien oder jungen professionellen Musikerinnen und Musikern aus der Gemeinde.


„s’Maximilianeum e.V.“ ist eine ehrenamtlich organisierte Kleinkunstbühne, die ihre Spielstätte im Stadttheater Landsberg am Lech hat. Sie wurde 1991 in Stoffen gegründet und hatte dort im Kukuruz seine erste Bleibe. 1994 erfolgte der Umzug nach Landsberg am Lech mit einem provisorischen Spielort im Dachgeschoss der Stadtbibliothek. Im selben Jahr wurde auch der Verein „s‘Maximilianeum e.V." ins Leben gerufen. 1995, nach der Renovierung des Stadttheaters, wurde das Foyer „Heimat“ der Kleinkunstbühne. Bei großer Nachfrage finden die Vorstellungen auch im Theatersaal statt. 2016 wurde das 25-jährige Jubiläum mit einer großen Gala im Stadttheater gefeiert, die auch vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet wurde. Die Spielsaison beginnt immer am 3. Oktober mit einem politischen Kabarett zum „Tag der Deutschen Einheit“ und endet im Juni des Folgejahres. Spieltag ist in der Regel ein Sonntag pro Monat. Unter dem Motto „Neues wird ausprobiert, Regionales gefördert“ begegnet man im „s’Maximilianeum“ dem „Who is Who“ der deutschen und Bayerischen Kabarett- und Kleinkunstszene, so waren unter anderem Maxi Schafroth, HG Butzko, Christian Springer zu Gast.


Beatrix Klein, Ballettlehrerin und Inhaberin der von ihr gegründeten Ballettschule ist Mitglied und registrierte Lehrerin der Royal Academy of Dance® und Mitglied im Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik e.V. Das Ballett- und Tanzstudio wurde 1987 von Beatrix Klein in Landsberg am Lech gegründet. Im Studio wird klassisches Ballett, Stepptanz, Bühnentanz im Stil von Grete Wiesenthal (Wiesenthal Akademie), Jazztanz, Hip Hop sowie Pilates für Tänzer und Erwachsene angeboten. Internationale Gastdozenten runden im Block das Programm ab. Seit über 30 Jahren bildet das Ballett- und Tanzstudio Beatrix Klein Tanzschülerinnen und -schüler in den verschiedenen Ausbildungsstufen aus, seit 2002 erhielten acht ihrer Schüler/-innen den Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg am Lech, mehrere schlugen eine professionelle Laufbahn ein und sind auf internationalen Bühnen tätig, einige wurden mit dem Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg ausgezeichnet. Unter anderem von ihr ausgebildet wurde Wolfgang Tietze, Ulrike Ahrens, Dustin Klein, Anna Maria Johannes, Maria Engel und Maria Ruf. Alle ein bis zwei Jahre veranstaltet die Ballettschule eine öffentliche Vorstellung im Stadttheater Landsberg am Lech und ist mit dem Landsberger Jugendballett zu Gast bei diversen Konzerten und Benefizveranstaltungen und wirkt bei Veranstaltungen der Stadt Landsberg am Lech mit.


Nachdem Stefan G. Schmid im Alter von 12 Jahren ein ganzes Konzert der örtlichen Blaskapelle auf den Punkt genau im Takt mit geklopft und dirigiert hatte, wurde er vom Dirigenten gefragt, ob er nicht Schlagzeug lernen möchte. Nach seinem Schulabschluß folgte zuerst die Ausbildung zum Bundeswehrmusiker (klassisches Schlagwerk) an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf/Hilden und anschließend studierte er modernes Schlagzeug an der School of Percussion in London. Schon während seiner Studienzeit begann er mit Studioarbeiten, Konzerten und Tourneen mit vielen bekannten Stars quer durch Europa und die Welt. Dabei hatte er die Möglichkeit in berühmten Sälen, wie der Royal Albert Hall (London), Carnegie Hall (N.Y.), Sejong Hall (Seoul), Olympia Halle (München) etc. aufzutreten. Er lebte und arbeitete viele Jahre als Drummer verschiedener Künstler, Orchester und Bands in England, Amerika und Südkorea. Schon während des Studiums begann er Musik für Schlaginstrumente zu komponieren. Seitdem sind zahlreiche Werke für Schlagzeug, Mallets als auch Theater- und experimentelle Musik entstanden. Zudem ist er mehrfaches Jurymitglied bei "Jugend musiziert" und beim "Bayerischen Musikbund" und im Vorstand des Netzwerkes Percussion Creative. Von 2001 bis 2020 war er Lehrer an der Städtischen Sing- und Musikschule Landsberg am Lech und leitete unter anderem das Percussion Ensemble Licca Percussiva, eine feste Größe der Kulturszene, in Landsberg und darüber hinaus.


Mit der Dominikus-Zimmermann-Rocaille in Gold werden Rudolf Gilk und Hans-Günter Schwanzer geehrt.


Der gebürtige Landsberger Rudolf Gilk ist Fernsehjournalist für den Bayerischen Rundfunk, der Betreiber des Landsberger Traditionskinos „Olympia Filmtheater“ (seit 1987) sowie der selbständige Produzent der Landsberger Stadtfilme (seit 1970). Zuletzt zeichnete er sich für die Gesamtproduktion des Films „Landsberg und die 90er Jahre“ verantwortlich (Jan 2019). Weiterhin berichtet er filmisch für den BR, und war für die ARD als Nachrichtensprecher für Tagesschau und Tagesthemen tätig. Rudolf Gilk ist gemeinsam mit seiner Frau Clara Initiator und Veranstalter des jährlichen Kino Open Air auf dem Roßmarkt. Auf Einladung von Rudolf Gilk besuchten bekannte Regisseure und Schauspieler Landsberg und standen bei Vorpremieren und besonderen Vorstellungen dem Publikum Rede und Antwort. Für sein qualitativ hochwertiges Jahresprogramm erhielt das Olympia-Filmtheater mehrfach Auszeichnungen des FilmFernsehFonds Bayern als eines der besten Kinos Bayerns, zuletzt 2019.


Seit nunmehr 30 Jahren ist Hans-Günter Schwanzer Dirigent der Landsberger Stadtjugendkapelle und engagiert sich für die musikalische Ausbildung junger Talente. Hans-Günter Schwanzer kam im Dezember 1960 in Landsberg am Lech zur Welt und wuchs in Untermeitingen auf. Während seiner Schulzeit am Rhabanus-Maurus-Gymnasium Sankt Ottilien spielte Hans-Günter Schwanzer unter dem Dirigat von Pater Albert Rieger im dortigen Schülerblasorchester, erzielte mehrere Preise bei jugend musiziert und wurde Mitglied im Bayerischen Landesjugendorchester. Nach dem Abitur studierte er Musik mit Hauptfach Trompete bei internationalen Größen wie Rolf Quinque, Konradin Groth und Jean-François Michel. Heute ist Hans-Günter Schwanzer als Instrumentallehrer an der Städtischen Sing- und Musikschule Landsberg tätig. Daneben leitet er die Stadtjugendkapelle Landsberg, das Landsberger Blechbläserensemble hailix bLECHle und das Schülerblasorchester Sankt Ottilien.


Die Rocaillen sollen im Rahmen eines Ehrungsabends im Frühjahr 2021 verliehen werden.