Stadtmuseum Landsberg – Neugestaltung der Dauerausstellung

Im Inneren des Neuen Stadtmuseums laufen die Bauarbeiten bereits auf Hochtouren. So wurde der Dachstuhl entrümpelt, an allen Ecken wird vermessen, geprüft und eventuelle Schäden untersucht. Aktuell werden die Vorsatzschalen in den Geschossen zurückgebaut.


Genauso spannend wie die Arbeiten im Gebäude ist der Blick in die Zukunft auf die Neugestaltung der Dauerausstellung. Das Ausstellungsbüro facts und fiction aus Köln überzeugte die Jury im Rahmen des VGV - Verfahrens und stellte nun seinen Lösungsvorschlag in der Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses vor.


Im Fokus der Neugestaltung der Ausstellung steht dabei die Geschichte der Stadt in vielen verschiedenen Apekten.
Die Ausstellung "Wege nach Landsberg" soll verschiedene Themenstellungen und Aspekte der Stadtgeschichte multiperspektivisch und mit dem Mehrsinneprinzip erfahrbar machen, das war die Vorgabe, die Sonia Fischer im Ausschreibungstext festhielt.


Wichtig ist dem Büro, dass die Geschichte der Stadt und ihre Darstellung für alle zugänglich und flexibel ist. So lebt das Museum von der Teilnahme der Landsberger Bürgerinnen und Bürger, die hier ihre Geschichten und Erinnerungen einbringen können. Dabei soll auch stets auf aktuelle Themen reagiert werden. Das Museum soll ein Ort des Begegnens und des Austausches werden. Damit Zusammenhänge der Geschichte erlebbar und gerade für Schülerinnen und Schüler spannend werden, soll das „Mehr-Sinne-Prinzip“ alle Gäste einbinden. Dies geschieht über verschiedene Darstellungsformen wie Bilder, Grafiken, Displays oder Mitmachstationen.


Ein besonders Augenmerk wird auf die Geschichte der Stadt im 20. Jahrhundert gelegt. Dieser Zeit wird sich ein komplettes Geschoss des Museums widmen. Das vorgestellte Konzept zeigt die notwendige Sensibilität, die im Umgang mit dem sicher nicht einfachen Thema „Neue Zeitgeschichte“ geboten ist.
Gleichzeitig ist es innovativ und kann den Zeitstrahl von der Entstehungsgeschichte - Hitlers Festungshaft - über die Schrecken des Holocaust, zur Nachkriegszeit mit DP Lager und War Criminal Prison No.1 bis zur Verarbeitungsgeschichte sachlich darstellen und dennoch einen emotionalen Bezug herstellen.


Das Büro facts and fiction arbeitete in seinem Gestaltungsansatz mit einem metaphorischen Bild: Betonkuben, die sich im Ausstellungsrundgang verdichten und damit eine für den Besucher körperlich erfahrbare Situation schaffen. Die Kuben, die variationsreich mit Texten, Objekten oder digitalen Medien "bespielt" werden können, symbolisieren die zunehmende Gewalt bzw. vermitteln die Radikalisierung der Gesellschaft in NS-Zeit.


Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl war vor allem dieser Teil der Landsberger Zeitgeschichte wichtig und hob hervor, dass auch die Jury von der schlüssigen inszenatorischen Idee zur Zeitgeschichte überzeugt war: „Die Stadt Landsberg leistet damit einen wichtigen Beitrag für alle Nachfolgegenerationen, die nicht mehr auf Zeitzeugen zurückgreifen können. Wir freuen uns auf die weitere spannende Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat und dem Büro facts und fiction.“