Haushalt

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

seit gut zwei Jahren beschäftigen wir uns mit dem Projekt „Landsberg 2035“. Mitte 2018 hat der Stadtrat die Ziele, Wünsche und Projekte nun endlich beschlossen. Mit den  Handlungsfeldern bauen wir an der Zukunft unserer Stadt und ihrer Menschen.

Auch wenn wir aktuell noch nicht soweit sind, die rein finanzwirtschaftliche Sichtweise durch eine  zielorientierte, eine politische Sichtweise abzulösen, zeigt der Haushalt 2019 erste Ansätze dieses neuen Steuerungsmodells. So wurden in den Teilhaushalten erste  Tätigkeitsbeschreibungen, Zielformulierungen und erste Kennzahlen aufgenommen.

Aber gerade die vielen formulierten Ziele und Projekte machen einmal mehr die großen Herausforderungen für den städtischen Haushalt in den nächsten Jahren deutlich. Zwar werden unsere Steuererträge mit einem prognostizierten Wachstum von 4,2 % neue Höhen erklimmen; vorausgesetzt die Konjunktur spielt weiter mit und die Steuerschätzer behalten mit ihren durchaus optimistischen Schätzungen recht. Nach fast 10 Jahren Daueraufschwung ist dies jedoch zunehmend ein gewisser Risikofaktor. Tatsächlich sank im Jahr 2018 die Umlagekraft der Stadt. Sicherlich ist es noch viel zu früh von einer Krise zu sprechen, aber wenn es die Stadt in besten Zeiten nicht schafft ihren Ergebnishaushalt auszugleichen und Überschüsse zu erwirtschaften, dann wird sie dies in einer Phase der Stagnation oder des Abschwungs erst recht nicht schaffen.

Die Stadt Landsberg am Lech hat sich entschieden, konsequent in die Zukunft zu investieren. Dazu planen wir mit Investitionen bis 2022 in Höhe von 55 Mio. €. Schul-,  Kinderbetreuungs und Infrastrukturentwicklung sind weiterhin unser Hauptfokus, wenn es gilt, den Investitionsrückstand abzuarbeiten und unsere wachsende Stadt mit den notwendigen Einrichtungen zu versorgen. Geplante Investitionen von knapp 24 Mio. € allein im Jahr 2019 sprechen hier wieder eine deutliche Sprache.

Auch im Ergebnishaushalt zeigen die Herausforderungen einer wachsenden Stadt ihre Spuren. Diese führen dazu, dass beim geplanten Jahresergebnis kein Überschuss erwirtschaftet werden kann. Hier fehlen 1,36 Mio. €. Zur Erinnerung: im Jahr 2018 hatten wir noch mit einem Überschuss von 2,56 Mio. € geplant. Der Grund hierfür liegt in der simplen Tatsache, dass unsere Aufwendungen deutlich schneller steigen als unsere Erträge. An die 3 Mio. € Mehraufwendungen gegenüber dem Vorjahr planen wir. Allein die Personal- und  Versorgungsaufwendungen mit einer Erhöhung um 2,3 Mio. € spiegeln zum einen den hohen Tarifabschluss, aber auch den hohen Bedarf an zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Einrichtungen wider.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Stadt Landsberg am Lech mit diesen Entwicklungen durchaus mit den anderen großen Kreisstädten in einer Reihe steht. Die  Erwartungshaltung von Bürgerinnen und Bürgern, von Unternehmen und gesellschaftlichen Gruppen an eine funktionierende öffentliche Verwaltung, eine laufend bessere Infrastruktur und entsprechende Unterstützungsleistungen kann aber nur durch den Einsatz von mehr Ressourcen in Form von Haushaltsmitteln oder Personal erfüllt werden. Deshalb sind  Prioritätensetzungen besonders aber nicht nur bei den Investitionen unvermeidbar. Damit wir auch in Zukunft die gewohnte hohe Lebensqualität in unserer schönen Stadt auf Dauer gewährleisten können.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre des Haushalts 2019.

Mathias Neuner                            Peter Jung
Oberbürgermeister                      Stadtkämmerer