30. Bayertor

Die Befestigungen gehören zum wichtigsten Denkmalbestand der Landsberger Altstadt. Sie entstammen unterschiedlichen Phasen der städtischen Entwicklung. Bürgerstolz und Repräsentationswille drückte sich auch in den Wehrbauten aus. So zählt auch das einer Inschrift zufolge 1425 errichtete weithin sichtbare Bayertor zu den Bauten, mit denen die Kommune den von München kommenden Reisende beeindrucken wollte. Der Hauptturm wird durch farbige Architekturmalereien hervorgehoben, die man nach alten Befunden wiederhergestellt hat.

Herzog Ernst und seine Gemahlin sowie sein Bruder Herzog Wilhelm finanzierten 1425 diese Anlage. Die stadtauswärts gerichtete, repräsentative Seite zeigt die Stifterwappen unter einer gotischen Kreuzigungsgruppe. Von links nach rechts sieht man die Wappen von Herzog Wilhelm, Eisabeth di Visconti und Herzog Ernst. Landsberg sollte der Witwensitz der Herzogin werden und auch ein Teil der Stadtsteuer war ihr als Witwenrente zugesichert, doch sie verstarb noch vor ihrem Gemahl.

Zwei jeweils mit Toren verschließbare Vorhöfe sind dem Hauptturm als starke Absicherung vorgelegt. Von den Zimmen des Turmes bietet sich ein lohnender Ausblick auf die Altstadt und das Lechtal bis hin zu den Alpen. Auf beiden Seiten des Bayertores sind die im Wechsel mit schmalen Schießscharten und -luken besetzten Stadtmauerzüge in regelmäßigen Abständen mit halbrund vorspringenden Schalentürmen gesichert. Diese Bauweise ermöglichte den Landsbergern im Kriegsfall nach Erstürmung des 1. und 2. Tores durch den Rundumbalkon im 1. Stock, Bogenschützen aufzustellen und den Feind von 'oben herab' zu bekämpfen. Das 3. Tor verhinderte wiederum einen schnellen Durchbruch in die Stadt.

Das Bayertor ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Eine Besichtigung ist nach Abschluss der Bauarbeiten 2017 wieder möglich.


Stadt Landsberg am Lech
Katharinenstr. 1
86899 Landsberg am Lech

Stand: 09/26/2016
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