9. Fronvest- oder Hexenturm

Der fünfgeschossige Turm über quadratischem Grundriß besetzt die Nordwestecke der ersten Stadtummauerung seit dem späten 13. Jhd. Kurz nach 1526 wurde das vorgelagerte Mühlbachquartier ummauern und der Turm vermutlich für die Stadtverteidigung entbehrlich. Auf seine Nutzung als Arrestturm geht der heute noch gebräuchliche Name 'Hexenturm' zurück, der allerdings in älteren Archivalien nicht direkt belegt ist. Zwischen 1502 und 1665 sind in Landsberg neun Fälle aktenkundig, bei denen der Hexerei angeklagten Mädchen, Frauen und Männern der Prozess gemacht wurde. Hinrichtungen sind allerdings nicht bekannt, jedoch auch nicht auszuschliessen, da die Prozessunterlagen nicht vollständig erhalten sind. Bis gegen Ende des 19. Jhs. blieb das kgl. Gefängnis in der Eisenfronveste. Erst nachdem 1899 ein neues kgl. Amtsgerichtsgebäude mit eigenem Gefängnistrakt an der Lechstraße errichtet worden war, siedelte das staatliche Gefängnis dorthin um. Der Fronvestturm wurde dem benachbarten kath. Pfarramt zur Nutzung überlassen.

Stadt Landsberg am Lech
Katharinenstr. 1
86899 Landsberg am Lech

Stand: 12/17/2017
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