Johanniskirche
Versteckt in der Häuserzeile am Vorderen Anger liegt die Johanniskirche. Von außen wirkt sie bescheiden. Im Inneren offenbart sich eine raffinierte Schöpfung des großen Rokoko-Baumeisters Dominikus Zimmermann.


Geheimes Meisterwerk von Dominikus Zimmermann
Als Baumeister zeichnet sich der berühmte Dominikus Zimmermann verantwortlich, einer der bedeutendsten Künstler des süddeutschen Rokoko. Er war auch am Entwurf der Ausstattung beteiligt.
Eine spannende Baugeschichte
1740 brach man die alte Johanniskirche ohne kirchliche Genehmigung unter dem Vorwand der Baufälligkeit ab. Der Geistliche Simon Mayr sammelte bereits länger Geld für einen Neubau. Der Abbruch musste kurzzeitig gestoppt werden, weil das Augsburger Ordinariat einen Finanzierungsnachweis und einen Bauplan verlangte. Doch der Stadtrat setzte sich für das Projekt ein.
1741 begann der Neubau nach Zimmermanns Plänen. Der Österreichische Erbfolgekrieg verzögerte die Fertigstellung – das Baumaterial verwendete man teilweise für die Stadtbefestigung. Erst ab 1750 ging es weiter. 1752 war der Rohbau schließlich vollendet.
Raumerlebnis pur
Dominikus Zimmermanns Genialität ist es zu verdanken, dass der Besucher scheinbar in einen ovalen Raum eintritt. Die unterschiedlichsten architektonischen Kunstgriffe erzeugen den Anschein von Raum und Tiefe.
Der Chor ist als selbständiger Raum vom Langhaus abgetrennt. Zwei verdeckte Fenster werfem indirektes Licht auf den Hochaltar. Er stellt die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes dar. Ob es wohl Zufall ist, dass der Jordan eine verdächtige Ähnlichkeit mit dem Lechwehr aufweist?
Die Johanniskirche gilt als klassisches Beispiel eines Theatrum sacrum. Architektur, Stuck, Licht und Aufbau – alles dient der dramatischen Inszenierung der religösen Glaubensinhalte.
