Ursulinenkirche
Die Ursulinenkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in der Hubert-von-Herkomer-Straße bildet mit dem ehemaligen Kloster einen der umfangreichsten barocken Baukomplexe der unteren Altstadt.

Eine fortschrittliche Glaubensgemeinschaft
Ihre Entstehung verdankt sie dem Ursulinenorden. Während die Jesuiten in der oberen Altstadt ihre Bildung auf die männlichen Sprösslinge der Landsberger konzentrierten, vertraten die Ursulinen die Meinung, dass auch Mädchen der Zugang zu Bildung nicht verwehrt sein sollte. Auch wenn sich bei beiden Glaubensgruppierungen die Bildung oft auf religiöse Inhalte konzentrierte und primär der Festigung des religiösen Glaubens diente.
Baugeschichte im Überblick
- 1718/19: Ansiedlung des Ursulinenklosters in Landsberg
- 1723–1725: Erste Klosterkirche nach Plänen von Dominikus Zimmermann
- 1764–1766: Neubau der heutigen Kirche nach Entwürfen von Johann Baptist Gunetzrhainer.
- 1809: Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation
- 1845: Übernahme durch Dominikanerinnen aus Augsburg
Fassadenmalerei von Johann Baptist Bergmüller
Schon von außen empfängt Sie ein Farbenspiel. Die reiche Fassadenmalerei schuf 1765/66 der Augsburger Freskant Johann Baptist Bergmüller und macht die Kirche zu einem Blickfang in der Innenstadt.
Licht und Schatten
Sollten Sie bereits eine andere Landsberger Kirche besucht haben, stellen Sie vermutlich erstaunt fest, dass die Ursulinenkirche durch einen relativ dunklen Kirchenraum überrascht. Dies hängt mit der spirituellen Ausrichtung des Ursulinenordens und der barocken Symbolik zusammen.
Der Kirchenraum sollte eine ruhige, zurückhaltende Atmosphäre schaffen. Das wenige Licht bietet wenig Ablenkung von Gebet und innerer Einkehr. Der Blick fällt statt dessen automatisch auf den etwas stärker beleuchtetem Altar und somit auf das liturgische Zentrum.
Fresken erzählen Geschichten
Weniger zurückhaltend gingen die Baumeister bei der Deckengestaltung vor. Raumbeherrschende Deckengemälde zeigen unter anderem die Landsberger Ursulinen im Kreis ihrer Schülerinnen vor ihrer neuen Kirche.

Landsberger Gruft
Die Gruft der Ursulinenkirche diente als Bestattungsort für Mitglieder des Ordens. Sie beeindruckt durch ihre Stille, nur wenige Meter vom Trubel der Landsberger Innenstadt entfernt. Die Gruft kann im Zuge der Stadtführung „Unterirdisches Landsberg“ besucht werden. Nähere Informationen unter Stadtführungen.

Aktuelle Hinweise
Die Ursulinenkirche wird derzeit aufwendig restauriert. Ein kompletter Besuch ist daher nicht möglich, aber selbst der Blick durch die Absperrungen zeigt deutlich die völlig andere Gestaltungsphilosophie dieses eindrucksvollen Sakralbaus.
