Historisches Rathaus & Hauptplatz
Hier schlägt der Puls der Stadt. Zwei Bauwerke bilden den pittoresken Rahmen: das prächtige Historische Rathaus und der gegenüber liegende mittelalterliche Schmalzturm.

Historisches Rathaus

Das Historische Rathaus ist zweifellos der auffälligste Bau des gesamten Hauptplatzes. Mit seiner schmalen, aber hoch aufragenden Stuckfassade zieht es sofort alle Blicke auf sich. Und genau das war auch beabsichtigt. Jedem Fremden, der durch das Stadttor trat, sollte die Schönheit und der Reichtum der Stadt ins Auge fallen. Die kunstvolle Gestaltung des Gebäudes ist untrennbar mit dem Namen eines der größten Baumeister des süddeutschen Barocks verbunden: Dominikus Zimmermann, der auch das UNESCO-Weltkulturerbe Wieskirche in Steingaden erbaute.
Die Fassade: Dominikus Zimmermanns profanes Meisterwerk
Ab 1699 wurde das Gebäude in mehreren Abschnitten errichtet. Von 1717 bis 1721 stockte der berühmte Baumeister und Stuckateur es auf und verlieh ihm seine heutige, prachtvolle Gestalt. Die Fassade gilt als eines der wichtigsten profanen Werke Zimmermanns, der von 1716 bis 1757 Bürger in Landsberg war und hier zeitweise sogar das Amt des Bürgermeisters bekleidete.
Betrachten Sie die Fassade einmal genauer. Die Fenster werden von Geschoss zu Geschoss höher – je nach der Bedeutung der Räume dahinter. Die reiche Bildwelt aus Stuck ist ebenfalls kein Zufall, sondern eine durchdachte Nachricht an seine Betrachter. Antike Imperatoren und biblische Frauengestalten stehen für bürgerliche und christliche Tugenden, denen sowohl die Landsberger als auch seine Stadtregierung nacheifern sollten. Hoch oben im Giebel wacht über allem das „Auge Gottes“ und behält die Stadt und seine Repräsentanten stets genau im Blick.

Der Wandel eines Gebäudes
Einst beherbergte das Rathaus im Erdgeschoss das Brothaus und im Keller befand sich sogar eine Arrestzelle, die heute im Rahmen einer Stadtführung besucht werden kann. In den oberen Geschossen tagten der Innere und der Äußere Rat und ganz oben befand sich der prächtige Festsaal.
Heute befindet sich im Erdgeschoss die Tourist-Information Landsberg, wo Sie wertvolle Tipps für Ihren Aufenthalt erhalten. Die oberen Säle sind zudem beliebte Veranstaltungsorte und können u. a. für standesamtliche Trauungen genutzt werden.


Besichtigung des Historischen Rathauses
Sie möchten das Rathaus auch einmal von innen erkunden? Das ist möglich, denn nicht nur von außen ist das Historische Rathaus eines der schönsten Gebäude der Stadt.
Gleich nach dem Eintritt beeindrucken im Erdgeschoss die aufwendigen Stuckarbeiten von Dominikus Zimmermann. Die Gemäldeausstellung des Landsberger Maler Johann Mutter ist ein weiteres Highlight Ihres Besuchs. Die historische Ausstattung der Räume in den Obergeschossen zeigen die bewegte Geschichte der Stadt. Im Herkomersaal stellen beispielsweise die detaillierten Gemälde des begnadeten Porträtisten Sir Hubert von Herkomer die Arbeit der alten Ratsherren dar. Der Festsaal im Obergeschoss beeindruckt durch vier monumentale Freskenmalereien von Ferdinand von Piloty und Eduard Schwoiser.
Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober: Mo-So 09:30-13:00 und 13:30-16:30 Uhr
November-April: Mo-Fr 09:30-13:00 und 13:30-15:30 Uhr
Eintritt:
Erwachsene 3,00 €, Kinder und Jugendliche 2,00 €
Tickets:
Erhältlich in der Tourist-Information im Erdgeschoss des Historischen Rathaus.
Hauptplatz

Der Hauptplatz ist die gute Stube der Stadt. Er zieht sich von Westen nach Osten, umrahmt von stattlichen Bürgerhäusern, vorwiegend aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Die auffallend dreieckige Form des Platzes ist sein Markenzeichen und eine städtebauliche Besonderheit.
In seiner Mitte plätschert der Marienbrunnen von 1783 mit der Figur der Maria Immaculata, der Schutzheiligen Bayerns. Genau an dieser Stelle stand bis 1698 das erste Rathaus der Stadt. Einst wurde hier gehandelt und beratschlagt. Heute ist der Hauptplatz der ideale Ausgansort für Ihre Entdeckungstour. Hier können Sie wunderbar flanieren, in einem der gemütlichen Cafés verweilen und das bunte Treiben beobachten.

Der Schmalzturm

Am östlichen Ende des Hauptplatzes, dem Rathaus direkt gegenüber, erhebt sich ein weiteres Wahrzeichen der Stadt: der sogenannte Schmalzturm, auch "Schöner Turm" genannt. Er war einst als erstes östliches Stadttor im 13. Jahrhundert Teil der ersten Stadtmauer und eine wichtige Zollstation. Durch dieses Tor erreichten Reisende und Händler die Stadt.
Mit der großen Stadterweiterung im 15. Jahrhundert ging diese Funktion an das auf dem Berg gelegene neu erschaffene Stadttor über – dem heutigen Bayertor. Seine repräsentative Lage inmitten der Stadt verhalf dem Schmalzturm jedoch zu neuem Glanz. Es erhielt einen Glockenaufsatz und seine aufwendige Verzierung.
Seinen heutigen, etwas kuriosen Namen Schmalzturm verdankt er den Marktfrauen. An schönen Tagen stellten sie sich mit ihrer Ware – darunter auch Schmalz – in den Schatten des Tores. Das Schmalz blieb so fester und ließ sich besser verkaufen.
Ein Turm mit Geschichte
Blicken Sie auf die Details: Kleeblattfriese zieren den Turm, und die bunten Dachziegel in den Stadtfarben sowie der Sturmglockenaufsatz unterstreichen seine einstige Bedeutung als repräsentatives Entrée in die Stadt. Über dem Durchgang entdecken Sie außerdem eine Kanonenkugel. Sie erinnert an die Besatzungszeit durch napoleonische Truppen im Jahr 1796.
Heute ist der Turm ein beliebtes Fotomotiv und markiert den östlichen Abschluss des Hauptplatzes. Von hier aus können Sie wunderbar den Blick zurück über den Platz zum Rathaus schweifen lassen.
