Kooperation mit dem Ghetto Fighters’ House Museum

Die Stadt Landsberg am Lech kooperiert mit dem Ghetto Fighters’ House Museum in Israel, einer der bedeutenden Einrichtungen der internationalen Erinnerungskultur. Grundlage der Zusammenarbeit ist ein Memorandum, das Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl und Museumsdirektor Yigal Cohen im Rahmen einer Stadtratssitzung im Juli 2024 in Landsberg unterzeichnet haben.
Die Kooperation richtet den Blick auf historische Forschung, pädagogische Vermittlung und kulturelle Projekte. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus heute so vermittelt werden kann, dass sie Wissen vertieft, Haltung stärkt und insbesondere junge Menschen erreicht.
Landsberg am Lech ist mit der Geschichte des Ghetto Fighters’ House Museum auf besondere Weise verbunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand in Landsberg ein großes Lager für jüdische Displaced Persons. Dort entstand auch ein Kibbuz mit dem Namen „Lohamei HaGeta’ot“, der an den Aufstand im Warschauer Ghetto 1943 erinnerte. Viele Überlebende begannen in dieser Zeit, nach Verfolgung, Entrechtung und Gewalt wieder Zukunft zu denken.
Ein wichtiger Bezugspunkt der heutigen Erinnerungsarbeit ist außerdem die Geschichte des Orchesters überlebender Musiker des Holocaust, das nach Kriegsende im Umfeld der DP-Lager wirkte und dessen Geschichte im Projekt Liberation Concert weitergetragen wird. Die Kooperation mit dem Ghetto Fighters’ House Museum eröffnet die Möglichkeit, diese Geschichte gemeinsam weiter zu erforschen, pädagogisch zu vermitteln und international sichtbar zu machen.
Die Zusammenarbeit umfasst insbesondere gemeinsame Bildungsangebote, kulturelle Projekte, fachlichen Austausch sowie Vorhaben von historischem, wissenschaftlichem und pädagogischem Interesse. Sie ist Teil einer zukunftsgerichteten Erinnerungsarbeit, die die Vergangenheit nicht abschließt, sondern als Verantwortung für Gegenwart und Zukunft versteht.
Die Stadt Landsberg am Lech sieht darin einen wichtigen Beitrag zu einer offenen, demokratischen und menschenwürdigen Stadtgesellschaft. Erinnern bedeutet dabei nicht nur Rückblick, sondern auch Dialog: über Menschlichkeit, Verantwortung, Toleranz und ein friedliches Zusammenleben.
