Rund 13 Millionen Euro für das ehemalige Jesuitenkolleg: Weiterer Förderbescheid in Landsberg übergeben
Insgesamt rund 13 Millionen Euro für eines der bedeutendsten Sanierungsvorhaben der Stadt: Am 23. Juni 2026 hat Ministerialrat Ingo Schötz vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr im ehemaligen Jesuitenkolleg in Landsberg am Lech einen weiteren Förderbescheid an Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl übergeben. Mit den Mitteln der Städtebauförderung soll das derzeit leerstehende Baudenkmal grundlegend saniert und wieder mit Leben gefüllt werden. Im Mittelpunkt stehen die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und von Angeboten für öffentliche Nutzung.
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter zur Bedeutung des Vorhabens für lebendige Innenstädte: „Das ehemalige Jesuitenkolleg zeigt beispielhaft, wie aus einem leerstehenden Baudenkmal mitten in der Stadt wieder bezahlbarer Wohnraum entstehen kann. Genau dafür ist unsere Städtebauförderung da: Wir aktivieren vorhandene Bausubstanz, statt auf der grünen Wiese neu zu bauen, und stärken so lebendige Zentren und Ortskerne im ganzen Freistaat. Gemeinsam mit dem Bund unterstützen wir die Stadt Landsberg dabei, dieses geschichtsträchtige Gebäude zu erhalten und für die Menschen vor Ort neu nutzbar zu machen. Bisher haben wir bereits 5,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, nun folgt der nächste Förderbescheid über weitere zwei Millionen Euro. Wir bleiben am Ball: Für das Projekt sind nochmals fünf Millionen Euro Fördermittel vorgesehen. So erhalten wir ein bedeutendes Baudenkmal, schaffen zugleich dringend benötigten Wohnraum und bieten Flächen für die Öffentlichkeit.“
Auch für die Stadt verbindet das Vorhaben soziale Verantwortung mit dem Erhalt eines historischen Wahrzeichens, wie Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl betonte: „Wir haben uns intensiv mit der Frage befasst, wie eine Nachnutzung gelingen kann, die dem Stiftungszweck gerecht wird und zugleich die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieses historisch wertvollen Gebäudes sichert. Bezahlbares Wohnen ist eine der großen sozialen Fragen unserer Zeit und steht deshalb für uns im Mittelpunkt. Mit der überwiegenden Wohnnutzung, die ohne die Städtebauförderung nicht realisierbar wäre, schaffen wir benötigten Wohnraum und erhalten zugleich dieses besondere Gebäude.“
Gefördert wird das Vorhaben über das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ und die bayerische Förderinitiative „Leerstand nutzen – Lebensraum schaffen“. Im sanierten Gebäude sollen 24 Wohnungen entstehen, ergänzt um Veranstaltungs- und Ausstellungsräume in Erd- und Obergeschoss. Auch das Umfeld wird aufgewertet: Arkadenhof und Außenanlagen erhalten Grünflächen, Aufenthaltsbereiche und einen Spielplatz.
Hintergrund
Das ehemalige Jesuitenkolleg zählt zu den markantesten und ortsbildprägendsten Gebäuden Landsbergs. Es geht auf die Niederlassung der Jesuiten im späten 16. Jahrhundert zurück; der weitläufige Komplex um den Arkadenhof entstand in mehreren Bauabschnitten bis ins 18. Jahrhundert. Das Baudenkmal befindet sich im Eigentum der Heilig-Geist-Spital-Stiftung, der ältesten Bürgerstiftung Landsbergs, die 1349 gegründet wurde und fiduziarisch von der Stadt verwaltet wird. Ihr Stiftungszweck ist bis heute die Unterstützung älterer und hilfsbedürftiger Menschen.

