Erpfting

Erpfting ist mit etwa 1.350 Einwohnern das größte der Dörfer Landsbergs. Und eines mit langer Geschichte – erstmals gesichert erwähnt im 12. Jahrhundert – dazu noch mit einem ensemblegeschützten Dorfkern. Die Einwohner möchten die dörflichen Strukturen lebendig und zukunftsfähig erhalten und ausbauen.
Zukunft heißt für die Erpftingerinnen und Erpftinger, Nachwuchs im Dorf zu haben. Deshalb ist ihr wichtigstes Projekt die Erhaltung der Erpftinger Grundschule und damit auch die Erhaltung des Kindergartens.

Irene Bleicher übernimmt die Stelle als Seniorenmanagerin

Seit Anfang Juli kümmert sich Irene Bleicher aus Erpfting als neue Seniorenmanagerin um die Belange der älteren Menschen ihres Dorfes. Die 59-jährige ausgebildete Krankenschwester ist dabei schon seit Jahren in der Seniorenhilfe tätig. 2018 gründete sie gemeinsam mit Annemarie Rötzer und Sissy Kratzer die Nachbarschaftshilfe. Jetzt will sie sich auf die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren konzentrieren. Dafür wurde bei der Stadt Landsberg eine halbe Stelle geschaffen, die durch Fördermittel des Freistaates mitfinanziert wird.

Was kann getan werden, um die Lebensqualität älterer Menschen künftig zu verbessern? „Nach der Isolation durch die Corona-Pandemie sehe ich es als enorm wichtig, wieder Möglichkeiten für Begegnungen zu schaffen. Viele soziale Kontakte sind eingeschlafen. Busreisen, Kinobesuche und andere Veranstaltungen sollen dabei helfen, die Vereinsamung zu vertreiben und dem Leben wieder Farbe zu geben,“ sagte Irene Bleicher bei ihrer Vorstellung in Erpfting. Ein weiterer Schwerpunkt sollen gemeinsame Gespräche bilden, bei denen es um individuelle Unterstützungsleistungen geht: „Die aktuellen Lebenssituationen unterscheiden sich stark voneinander. Der eine benötigt vielleicht Hilfe durch einen Bügeldienst, andere möglicherweise Unterstützung beim Kochen und Essen.“ Beeindruckt zeigte sich Bleicher auch von den unterschiedlichsten Fähigkeiten, die viele Menschen in Erpfting hätten: „Wir haben jemanden, der Geschichten und Fotos sammelt. Ein Tag mit ihm und er kann sein ganzes Wissen weitergeben, damit Traditionen wachhalten und überliefern.“ Des Weiteren möchte die 59-Jährige die Arbeit mit Vereinen intensivieren.

Hinter all diesen Aktivitäten und Veranstaltungen steht ein ganzes Konzept mit dem Ziel, so lange es geht, ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu führen. Dieses Konzept lehnt sich an den Zielkatalog der kommunalen Gesamtstrategie und an das seniorenpolitische Gesamtkonzept an. Damit soll dem bereits vorhandenen Pflegenotstand sowie dem künftigen Pflegebedarf ein lokales, pragmatisches und effizient funktionierendes System im sozialen Nahraum entgegengesetzt werden. Übergeordnetes Ziel ist es, Infrastruktur und Angebote im Dorf für die ältere Generation, aber auch für andere hilfebedürftige Menschen so zu optimieren, dass sie möglichst lange in Erpfting und damit in der gewohnten Umgebung und Heimat bleiben können.

Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl begrüßte die Gründung der Stelle: „Mir ist wichtig, dass Seniorinnen und Senioren möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Gerade dörfliche Situationen wie in Erpfting bieten Sicherheit und stehen für Lebensqualität. Ich wünsche mir, dass wir dies auch möglichst schnell in Landsberg umsetzen können.“

Irene Bleicher ist mobil erreichbar unter der Telefonnummer 0162/8340165 oder auch per E Mail an irene.bleicher[at]landsberg[dot]de. Ab Ende 2021 wird sie das Büro in der „Alten Schule“ in Erpfting beziehen können.

Die Stelle der Seniorenmanagerin wird durch das Bayerische Sozialministerium im Rahmen der SeLa-Förderung (Selbstbestimmtes Leben im Alter) finanziell gefördert, ebenso wie die Tätigkeit von Annette Geiger, die Irene Bleicher als Coach zur Seite steht.