Sonderausstellung Cornelia Rapp, Silent Moves
Das Stadtmuseum Landsberg am Lech widmet seine erste Sonderausstellung „Silent Moves“ der Künstlerin und Herkomer-Preisträgerin Cornelia Rapp. Damit setzt das Museum seine Tradition fort, neben stadt- und kulturgeschichtlichen Themen auch zeitgenössische Kunst im Ausstellungsprogramm zu zeigen.
Bei der Eröffnung am Donnerstag begrüßte Museumsleiterin Sonia Schätz die zahlreichen Besucher im Museumsforum. Es sei bedeutend, dass Cornelia Rapps jüngste Werkreihe den Auftakt im Ausstellungsprogramm mache: „Die fotografischen Arbeiten verzahnen zeitliche Ebenen, verknüpfen Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges – auch das Museum ist ein Dialograum zwischen Vergangenheit und Gegenwart und hat sich nach seiner Neugestaltung zu einem ‚Dritten Ort‘ der Begegnung transformiert.“
Kunsthistoriker Christian Buchard, der in die Ausstellung einführte, nannte die Künstlerin gar „revolutionär“. Cornelia Rapps Bilder seien auf den ersten Blick alles andere als „silent“, wenn man den Ausstellungsraum betrete, überrasche „eine Explosion in Rot, Magenta und Lila. Historische Fotos von Porträts und überdimensionale Blüten transformieren sich zu geheimnisvollen Bildkompositionen. Überlagernde, transparente Schichten verweigern dem Betrachter eine Zuordnung der Ebenen, kleine Schmetterlinge öffnen Räume voller Symbolkraft. Die Reflexe der Bildoberflächen beziehen den Raum und den Betrachter ein, sodass den Bildern eine weitere Ebene hinzugefügt wird. Cornelia Rapps faszinierende Technik der Überlagerung lädt ein, auf Entdeckungsreise zu gehen und philosophische Fragen nach dem Werden und Vergehen zu stellen. Der Betrachter spürt den subjektiven Geschichten der Bilder und der Transformation des Lebens nach.
Cornelia Rapp studierte nach ihrer Lehre als Bildhauerin bei Professor Leo Kornbrust an der Akademie der Bildenden Künste in München. Ihre Arbeiten gehen einen Dialog mit der jeweiligen Umgebung ein, um den Raum zu transformieren, sinnlich erfahrbar und Geschichte sichtbar zu machen. Zu ihrem Gesamtwerk gehören zahlreiche Rauminstallationen und Kunst-am-Bau-Projekte, wie die Krankenhauskapelle Martha Maria in München (2003), Transmitting Light in Landsberg (2005), Tower 7 in München (2015/16) oder das Friedensdenkmal Gundelfingen (2020). Sie gewann den Kunstpreis des Landkreises Landsberg am Lech 2020 und den Hubert-von-Herkomerpreis der Stadt Landsberg am Lech 2024.
Die Ausstellung Silent Moves ist vom 31. Juli bis 30. November 2026 im Stadtmuseum Landsberg am Lech mittwochs bis sonntags von 10-18 Uhr zu sehen. Das Begleitprogramm bietet neben Rundgängen auch einen Workshop für Jugendliche an, den die Künstlerin selbst anleitet.

