Sonne trifft Denkmalschutz – Einladung zum Workshop der Stadt Landsberg am Lech zum Solar-Rahmenplan
Wie lassen sich erneuerbare Energien und der Schutz des historischen Stadtbildes miteinander in Einklang bringen? Mit dieser Frage befasst sich die Stadt Landsberg am Lech im Rahmen der Erarbeitung eines Solar-Rahmenplans, der in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) als Kommunales Denkmalkonzept (KDK) entwickelt wird.
Die Stadt Landsberg am Lech lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen. Der öffentliche Beteiligungsworkshop findet am Donnerstag, 22. Januar 2026 um 19:00 Uhr im Sitzungssaal des Historischen Rathauses (Hauptplatz 151, 86899 Landsberg am Lech) statt.
Bereits im Vorfeld wurde mithilfe des Digitalen Zwillings der Stadt Landsberg am Lech eine Analyse der Einsehbarkeiten im virtuellen 3D-Stadtmodell durchgeführt. Diese bildet eine wichtige Grundlage für die weitere Planung.
Im Rahmen des Workshops werden zunächst Ziele, Inhalte und der aktuelle Bearbeitungsstand des Solar-Rahmenplans vorgestellt. Zudem werden angepasste Solarmodullösungen präsentiert, die den Anforderungen des Denkmalschutzes Rechnung tragen. Anschließend haben alle Interessierten die Möglichkeit, sich aktiv an der Erarbeitung des Solar-Rahmenplans zu beteiligen.
Hintergrundinformationen:
Wie kann die Nutzung erneuerbarer Energien mit den Aspekten des Denkmalschutzes zusammengeführt werden?
Durch eine Änderung des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes von 2023 gehen Denkmalschutz und Klimaschutz noch stärker als zuvor Hand in Hand. Gemäß Art. 6 Abs. 2 BayDSchG sind Eigentümerinnen und Eigentümern Maßnahmen erlaubt, die der Gewinnung von erneuerbaren Energien für den Bedarf im Baudenkmal dienen, sofern keine überwiegenden Gründe des Denkmalschutzes entgegenstehen. An dieser Stelle setzt die Erstellung eines sogenannten Solar-Rahmenplans an. Ein Solar-Rahmenplan ist ein Planungsinstrument für Kommunen mit historischer Bausubstanz, das Potenziale und die Anforderungen für erneuerbare Energien definiert.
Mit dem Beschluss vom 11.09.2024 im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hat die Stadt Landsberg am Lech den Prozess gestartet, einen Solar-Rahmenplan als Kommunales Denkmalschutzkonzept (KDK) aufzustellen. In Zusammenarbeit mit dem KIT und unter Anleitung und Begleitung durch Sabrina Sommer vom BLfD wurde ein neuer Ansatz zur Erstellung eines Solar-Rahmenplans entwickelt. Dabei stehen die Einsatzmöglichkeiten Urbaner Digitaler Zwillinge (UDZ), sowie die Auseinandersetzung mit Geodaten, deren Aufbereitung, Analyse zur Bewertung von räumlichen Situationen im urbanen Kontext im Fokus, um ein Maximum an Objektivität, Transparenz und in der Folge Nachvollziehbarkeit zu erzielen.
Während sich die Studentinnen und Studenten des KIT im vorangegangenen Semester auf virtuellem Wege mit Landsberg am Lech beschäftigten, galt es nun, die zwischenzeitlich gewonnen Erkenntnisse vor Ort zu überprüfen und zu einer Grundlage für einen Solarrahmenplan zusammenzuführen.
In Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde wurde zunächst eine intensive Recherche durchgeführt, die einerseits außerordentliche Einzeldenkmäler als sogenannte Points-of-Interest (POI) definiert und andererseits kunsthistorisch bedeutsame Stadtansichten identifiziert, die besonders schützenswerte Bereiche repräsentieren. Eine der bekanntesten Ansichten, die sich kunsthistorisch immer wiederholt, ist die Ansicht vom Westufer des Lechs mit Blick auf die Altstadt mit ihrer Topographie in Richtung Osten. Im Austausch mit Dr. Daniel Broschart vom städtischen Referat „Digitaler Zwilling, Klimaschutz und Mobilität“ wurden in einem nächsten Schritt Geodaten aufbereitet, um die Einsehbarkeiten aus der Ferne, sowie dem Platz- bzw. Straßenraum analysieren und bewerten zu können. Auf diese Weise konnten die einzelnen Teildachflächen der Landsberger Altstadt klassifiziert werden.
Die entstandenen Karten bieten eine Diskussionsgrundlage, anhand derer die Auswirkungen unterschiedlicher Gestaltungsanforderungen bewertet werden können. Wie geht es im nächsten Schritt weiter? Der Solar-Rahmenplan soll nach der Bürgerbeteiligung dem Bau- und Planungs- und Umweltausschuss vorgelegt und als Kommunales Denkmalkonzept (KDK) verabschiedet werden.

