„Nach der Wärmeplanung ist vor der Umsetzung“ – Informationsveranstaltung zur kommunalen Wärmewende in Landsberg
Rund 60 Besucherinnen und Besucher informierten sich am Abend des 21. April 2026 im Sportzentrum der Stadt Landsberg am Lech über Herausforderungen und Möglichkeiten auf dem Weg zur Wärmewende. Unter dem Titel „Nach der Wärmeplanung ist vor der Umsetzung“ hatten der Klimaschutzbeirat der Stadt Landsberg, der BUND Naturschutz und die Landsberger Energieagentur LENA e.V. zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen. Unter den Gästen waren auch zahlreiche Stadträtinnen und Stadträte.
Den ersten Vortrag hielt Hans Gröbmayr, ehemaliger Klimaschutzmanager und Geschäftsführer der Energieagentur Ebersberg-München. Unter dem Titel „Wärmenetze geht nur gemeinsam – Einblicke und Erfahrungen aus Glonn“ berichtete er über den Aufbau mehrerer kleiner Wärmenetze in der Gemeinde Glonn, die häufig rund um bestehende Energiequellen wie Hackschnitzelheizungen oder Biogasanlagen entstanden seien. Als wichtige Erfolgsfaktoren nannte er eine frühe und offene Kommunikation mit der Bevölkerung sowie eine hohe Anschlussdichte. Wärmenetze könnten langfristig stabile Wärmepreise ermöglichen und den Aufwand für einzelne Hauseigentümer reduzieren. In der anschließenden Diskussion wurde zugleich deutlich, dass der Aufbau solcher Netze mit hohen Anfangsinvestitionen verbunden ist und wirtschaftlich langfristig gedacht werden muss.
Im zweiten Vortrag sprach der Hydrologe Ferdinand Flechtner, ehemaliger Mitarbeiter der Geothermie Allianz Bayern, über das Potenzial der Tiefengeothermie in der Region. Er erläuterte die geologischen Voraussetzungen im süddeutschen Molassebecken und verwies auf die langjährigen Erfahrungen zahlreicher Geothermieanlagen im Raum München. Anhand geologischer Daten wurde dargestellt, dass auch im Raum Landsberg in größerer Tiefe hohe Temperaturen erwartet werden könnten. Als Vorteile der Tiefengeothermie wurden insbesondere die ganzjährige Verfügbarkeit und die lokale Wertschöpfung hervorgehoben. In der Diskussion wurden jedoch auch die wirtschaftlichen Risiken und Unsicherheiten solcher Projekte thematisiert. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass geothermische Wärme nur mit einem entsprechenden Wärmenetz genutzt werden kann.
Den Abschluss bildete ein Vortrag der Klimaagentur „Klima hoch drei“ der Landkreise Landsberg am Lech, Starnberg und Fürstenfeldbruck. Die Agentur stellte ihre Unterstützungsangebote für Kommunen bei der Umsetzung der Wärmeplanung vor – darunter Förderberatung, digitale Wärmepläne sowie Informationsveranstaltungen zu Sanierung und zukünftigen Heizlösungen.
2. Bürgermeister Moritz Hartmann zog ein positives Fazit: „Die gut besuchte Veranstaltung lässt auf das große Interesse an der Gestaltung der Wärmewende schließen. Die Vorträge zeigen die Vielschichtigkeit der Umsetzung der Wärmeplanung auf. Dabei spielen insbesondere technische Fragen bezüglich der Infrastruktur, die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaftlichkeit eine zentrale Rolle.“

