Lechwehr

Pflanzaktion am historischen Bienenhaus

Das Team des Städtischen Forstamtes sanierte im Frühjahr 2026 das seit vielen Jahren verwaiste historische Bienenhaus im Lechpark Pössinger Au umfassend. Ergänzend entstand ein neuer Schutzzaun, der sowohl Besucherinnen und Besucher des Lechparks als auch die zukünftigen Bienenvölker schützt.

Ein besonderer Höhepunkt folgte vergangene Woche: 15 Spieler der ersten Mannschaft der E-Jugend des DJK Schwabhausen beteiligten sich gemeinsam mit ihrem Trainer an einer Pflanzaktion rund um das sanierte Bienenhaus. Im Rahmen eines Social Days pflanzten die Kinder bei bestem Mai-Wetter zahlreiche bienenfreundliche Sträucher und Kräuter – darunter Kornelkirschen, Mispeln und Lavendel. Die neu angelegte Bepflanzung schafft künftig wertvolle Lebensräume sowie ein reichhaltiges Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten. Gleichzeitig stärkte die gemeinsame Aktion den Teamgeist der jungen Sportler. Das positive Fazit der Kinder nach der Veranstaltung lautete: „Das war viel cooler als die Trampolinhalle.“

Künftig wird das Bienenhaus von Imker Raimund Spengler genutzt. Vor Ort gab er den Kindern spannende Einblicke in die Welt der Imkerei und die Lebensweise der Westlichen Honigbiene. Abgerundet wurde der Nachmittag durch die Verkostung verschiedener Honigsorten.

Geplant und durchgeführt wurde die Aktion von BN-Referentin Sophie Greger und Lechpark-Ranger Darjusch Sanktjohanser.

Das Bienenhaus im Lechpark ist ein Zeugnis traditioneller Imkerei und lokaler Handwerkskunst. Bienenhäuser verbreiteten sich seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. durch die Erfindung des sogenannten „Rähmchens“ und der damit einhergehenden Nutzung der Hinterbehandlungsbeute. Das Rähmchen im Bienenkasten ermöglicht es die Waben zu ernten, die Honig enthalten ohne dabei andere Waben zu zerstören und damit dem Bienenvolk zu schaden. Das war damals revolutionär, da vorher der ganze Stock beschädigt wurde. Um die Rähmchen entnehmen zu können benötigt der Bienenkasten eine Seite, die sich öffnen lässt. Bei der Hinterbehandlungsbeute erfolgt die Entnahme der Rähmchen eben von hinten her. Da diese aus Holz gefertigten Bienenkästen nicht witterungsfest sind, benötigte es eine regenfeste Behausung – das Bienenhaus. Über viele Jahrzehnte waren sie fester Bestandteil ländlicher Wirtschaften und sind bis heute Ausdruck regionaler Kulturgeschichte.

Bienen sind essenziell für unser Ökosystem und bestäuben etwa 80% unserer Nutzpflanzen. Sie tragen damit zur Biodiversität und Nahrungssicherheit bei. Die Sanierung und zukünftige Nutzung des Bienenhauses verbinden daher Natur-, Arten- und Kulturpflege auf besondere Weise und schaffen zugleich einen wertvollen Lern- und Begegnungsort im Lechpark Pössinger Au.